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Denkmäler

Repräsentation und Macht

Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts prägte das bäuerliche Leben und Arbeiten Stadt und Bauerschaften Wernes. Noch im Jahre 1875 arbeiteten über 65 Prozent der Bewohner in Stadt und Land in der Landwirtschaft. Heute sind es weniger als 2 Prozent. Erst mit dem Abteufen der Zeche in Werne im Jahre 1899 wandelte sich die soziale und wirtschaftliche Struktur der Stadt. Mit der Industrialisierung verschwand die Agrargesellschaft, die Europa jahrhundertelang geprägt hatte. Urbanisierung, Bauernbefreiung und technischer Fortschritt schufen eine neue Form der Landwirtschaft. Dieser Wandel spiegelt sich bis heute in historischen Bauernhöfen. In den Bauerschaften der einstigen Ackerbürgerstadt Werne a. d. Lippe haben eine Reihe von Hofanlagen die Zeiten überdauert. Die verschiedenen Denkmäler zeigen, wie die Vergangenheit die Gegenwart prägt und Entscheidungen Folgen für die Zukunft haben. In alte Strukturen sind vielfach neue Lebensformen eingezogen. Vieles ist verändert worden, manches den neuen Bedürfnissen angepasst. Interessant ist zu sehen, wie Neues oft verantwortungsvoll mit Traditionellem verbunden ist und wie sich die Arbeits- und Lebensweise der Bewohner immer wieder gewandelt hat.

Ehringhausen

Eines der wenigen historisch gut erhaltenen landwirtschaftlichen Nebengebäude in Werne liegt auf dem Hof Ehringhausen. Unter Denkmalschutz steht hier eine kleine Fachwerkscheune mit jeweils zwei Toren auf den Traufseiten, also jenen Seiten, an denen die untere Dachkante waagerecht begrenzt wird. Das Denkmalamt hat dieses Gebäude als Scheune ausgewiesen. Doch da es dem Hauptgebäude die Traufseite zuwendet und die zwei Tore genau auf dessen großes Tennentor ausgerichtet sind, ist es eher als Hofeinfahrt anzusehen. Solche Durchfahrtscheunen sind typisch für Höfe wohlhabenderer Bauern im Münsterland. In einem Torbalken befindet sich eine Inschrift, datiert 1823. Als Erbauerin wird Catharina Schürmann, genannt Witwe Ehringhausen, angegeben.

Haus Eickholt

In einem kleinen Waldstück im Naturschutzgebiet Düsbecke, mitten in einem typischen Gebiet münsterländischer Parklandschaft mit Wiesen und Hecken, liegt Haus Eickholt. Das heutige Wohnhaus stammt im Kern vermutlich aus dem ersten Drittel des 18. Jahrhunderts, worauf ein Wappenstein über dem Haupttor hindeutet. Es handelt sich um ein Vierständerhaus, bei dem das Dach von Holzständern in vier Reihen getragen wird. Diese Ständer unterteilen wiederum den Wirtschaftsteil des Hauses in drei Längsräume. Damit stellt Haus Eickholt ein für den niederdeutschen Raum typisches Hallenhaus dar. Charakteristisch war einst auch die Einheit von Wohnbereich, Stallungen für Pferde und Kühe sowie Ernteboden und der großen Deele als Mehrzweckraum, in der sowohl gefeiert als auch gedroschen wurde.

Haus Hölting

Dank seines Haupthauses, eines Fachwerkspeichers und einer ehemaligen Gräftenanlage steht Haus Hölting unter Denkmalschutz. Das ehemalige Rittergut liegt in der Bauerschaft Schmintrup, zwischen Wiesen und Äckern im Norden von Werne. Die Bezeichnung Rittergut beruhte wohl auf der Größe des Hofes (375 Morgen) und der weiträumigen Gesamtanlage. Es war damit eines der bedeutenderen Höfe in der Umgebung. Der Name Hölting könnte auf den reichhaltigen Waldbesitz hindeuten.

Haus Valand

Haus Valand ist ein altes Bauernhaus mit einer Gräfte. Der schöne Hof liegt in Wessel, direkt an der Stadtgrenze von Werne in Richtung Herbern. Sein besonderes Kennzeichen sind die weiß leuchtenden Putzgefache im Kontrast mit dem roten Krüppelwalmdach und die Verkleidung des rückwärtigen Giebels mit Pfannen, nicht mit Brettern, wie es sonst in der Region üblich ist. Vom Walmdach sprechen Architekten, wenn anstelle eines Giebels eine Dachfläche abgesenkt wird. Wenn nur der obere Teil des Giebels mit einem Walm abgedeckt wird, spricht man von einem Krüppelwalmdach. An der Südseite befindet sich ein Fachwerkanbau mit einem Schleppdach, also einer Dachform, bei der die Dachfläche des Haupthauses über das Seitengebäude fortgesetzt wird.

Hof an der Wesseler Riege

An der Grenze zwischen Werne und Herbern, nahe eines kleinen Bachlaufs, liegt die denkmalgeschützte Hofanlage an der Wesseler Riege. Sie besteht aus einem alten Bauernhaus und einem dem Wohngiebel vorgelagerten Backspeicher. Das Hauptgebäude ist ein typisches niederdeutsches Bauernhaus in der Vierständerbauweise. Die Ständerreihen teilen den Wirtschaftsteil in drei Längsschiffe. Links waren die Pferde untergebracht, rechts die Kühe. Den mittleren Teil bildet die Diele und in ihr die Tenne. Diese diente als Zufahrt für die Erntewagen und als Arbeitsplatz. Von dort wurden die Tiere gefüttert, dort wurden Geräte und Wagen repariert und Getreidesorten gedroschen. Zu besonderen Anlässen ließ sich die große Halle auch zum Festsaal umfunktionieren. An der rechten Außenwand des Hauptgebäudes befindet sich ein niedrigerer Anbau mit einer Dachschräge. Ein solcher Anbau, Kübbung genannt, schaffte mehr Platz.

Hofanlage in Stockum

Diese imposante Hofanlage, entstanden um 1870, übernimmt die traditionellen Baustrukturen des niederdeutschen Vierständerhauses, jedoch jetzt in massiver Backsteinbauweise. Die gesamte Anlage veranschaulicht die Finanzstärke dieses Hofes im 19. Jahrhundert. Das Haupthaus, 1868 als mächtiger Vierständerbau errichtet, weist einen ausgeprägten Wohnteil mit Querflur und ein Speichergeschoss auf. Der hochragende Wohngiebel ist mit Blendbogengruppen und Bandgesimsen verziert.

Hofanlage an der Arenbergstraße

Eines der letzten Zeugnisse bäuerlichen Lebens in der Innenstadt stellt die Hofanlage an der Arenbergstraße dar. Sie stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Das Gebäude steht traufenständig, dass heißt, es kehrt der Straße seine waagerechte Dachbegrenzung zu. Das Fachwerkhaus, dessen Gefache mit Backsteinen gefüllt sind, ist ein traditioneller Vierständerbau mit vier Reihen senkrechter tragender Holzstützen. Um das Jahr 1900 wurde an der linken Seite ein Giebel aus Feldbrandsteinen vorgesetzt. Vorstehende Ziegelgesimse und säulenähnliche Verzierungen lockern die Fassade auf – ein Dekor, mit dem Architekten die funktionale Bauweise des ausgehenden 19. Jahrhunderts belebten.

Horst Hellstraße

Ein denkmalswertes Haupthaus aus Backstein kennzeichnet die 1895 errichtete Hofanlage an der Hellstraße in Horst. Bemerkenswert ist hier die T-förmige Bauweise, die sich vom üblichen Grundriss des niederdeutschen Hallenhauses abwendet. Der Wirtschaftsteil ist bei diesem Hof deutlich vom zweigeschossigen Wohnhaus getrennt, und statt der ehemaligen Wohnküche, des sogenannten Fletts, ist eine große Wohnhalle entstanden. Dazu verfügt der Wirtschaftsteil über eine deutlich größere Halle, die durch fortschrittlichere Bautechniken möglich wurde. Heute wird die Halle als Schreinerei genutzt.

Kotten am Funnhof

Zwischen Cappenberger und Südkirchener Straße, an der westlichen Grenze Wernes, liegt eine idyllische Wohnanlage am Funnhof. Drei Gebäude gehören dazu, ein Wohnhaus, ein Speicher und ein Stall, alle in Fachwerkbauweise errichtet. Das Wohnhaus entstand im frühen 19. Jahrhundert. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sind Speicher und Stall dazu gebaut worden. Auf dem flachen Lande wurden damals zahlreiche solcher kleinen Kotten gebaut. Auf Werner Stadtgebiet ist der Kotten am Funnhof der einzige noch gut erhaltene Vertreter dieser Art.

Kötterhaus in Varnhövel

Umgeben von Äckern und Weiden, zwischen Werne und der Gastwirtschaft „Mutter Stuff“ liegt ein kleines Vierständehaus, das Kötterhaus an der Funnenstraße. Mündlichen Überlieferungen zufolge stammt es aus dem Jahr 1837. Die Giebeldreiecke sind verbrettert und kragen über kleinen Knaggen vor. Die Länge des Hauses misst vier Gefache. Ein Gefach bedeutet den Abstand zwischen zwei Ständern, die Dach und Deelendecke tragen. Dieses Haus besitzt also fünf Ständer. Zum Vergleich: Großbauernhöfe können bis zu 20 Ständer lang sein. Die ehemalige Torzufahrt ist inzwischen zugebaut worden. Vor dem Haus befindet sich eine schöne alte Wasserpumpe. Neben dem Haus steht ein kleines Gebäude, ein Backofen. Eine Besonderheit besteht darin, es ist aus Backstein und Bruchsteinen im Fachwerk errichtet.

Schulze Froning

Unter den ländlichen Denkmälern in Werne ragt der Hof Schulze Froning heraus. Auf der gesamten Anlage stehen vier Gebäude unter Denkmalschutz. „Der Hof Schulze-Froning ist eine stattliche zusammenhängende Hofanlage in der für das südliche Münsterland typischen Siedlungsform, an der sich im besonderen Maße historische Vorgänge und Entwicklungen aufzeigen und erforschen lassen“, heißt es in der Denkmalschutzliste der Stadt Werne.

K.-H. Schwarze, G. Smusch

Werne am 18.02.2015

Satzung des Vereins „Freunde des historischen Stadtkerns Werne“
Beschlossen auf der Gründungsversammlung am 11.03.2015 in Werne
Eingetragen im Vereinsregister des Amtsgerichtes Dortmund
unter der Registernummer UR. Nr. 55/2015

Präambel

Die Werner Altstadt bietet einen Überblick über das kulturelle Erbe vergangener Jahrhunderte. Aus fast jeder großen Kulturepoche – von der Gotik bis in die Moderne – reichen die Beispiele bürgerlichen Wohnens, von der mittelalterlichen Mittelschicht der Handwerker und Ackerbürger bis hin zu Zechenhäusern. Neben den Glanzlichtern, Christophorus-Kirche, Rathaus, Kloster, gibt es auch in den Seitenstraßen viele historische Gebäude, die Stilmerkmale ihrer Entstehungszeit aufweisen. Darunter haben sich Häuser erhalten, in denen Einwohner der unteren Schichten gelebt haben. Damit verkörpert der historische Stadtkern von Werne in besonderer Weise die Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Stadt. Noch! Denn infolge vergangener Sanierungsmaßnahmen ist ein Teil des kulturellen Erbes bereits unwiederbringlich verloren gegangen. Das noch vorhandene Erbe als Zeugnis der Bau- und Kulturgeschichte für die Nachwelt zu bewahren, ist das Anliegen des Vereins der Freunde des historischen Stadtkerns. Dafür will er tatkräftig wirken und in der Öffentlichkeit werben. Ein sensibler und sachgerechter Umgang mit Ortsbild und Denkmälern ist sein Ziel. Werne soll eine Stadt mit individuellem Gepräge bleiben, die nachfolgenden Generationen ein Gefühl von Identität und Zugehörigkeit vermittelt.

§ 1 Name, Sitz und Geschäftsjahr

1. Der Verein führt den Namen „Freunde des historischen Stadtkerns Werne“.
Er soll in das Vereinsregister eingetragen werden; nach der Eintragung lautet der Name des Vereins

„Freunde des historischen Stadtkerns Werne e.V.“

(nachfolgend Verein genannt).
Der Verein hat seinen Sitz in Werne.

2. Das Geschäftsjahr des Vereins ist das Kalenderjahr.

§ 2 Zweck, Aufgaben, Gemeinnützigkeit

1. Der Verein ist ein gemeinnütziger Verein, der nicht auf Gewinnerzielung ausgerichtet ist. Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke i. S. d. Abschnittes „Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung. Mittel des Vereins dürfen nur für die satzungsgemäßen Zwecke verwendet werden. Die Mitglieder erhalten keine Zuwendungen aus Mitteln des Vereins. Alle Inhaber von Vereinsämtern sind grundsätzlich ehrenamtlich tätig, es sei denn, es handelt sich um hauptamtliche Angestellte des Vereins. Auslagen werden erstattet. Gewinne aus Kauf/Verkauf sind den gemeinnützigen Aufgabenstellungen zuzuleiten. Der Vorstand kann unter Beachtung der steuerlichen Vorschriften und Höchstgrenzen sowie der finanziellen Leistungsfähigkeit des Vereins eine Vergütung nach Maßgabe der pauschalen Aufwandsentschädigung im Sinne des § 3 Nr. 26a ESTG beschließen. Zweck des Vereins ist die Förderung des Denkmalschutzes, der Denkmalpflege sowie die Förderung von Kunst und Kultur.

2. Der Satzungszweck wird insbesondere dadurch verwirklicht, dass der Verein

a. die Instandhaltung und Instandsetzung von Baudenkmälern fördert und betreibt,
b. sich darum bemüht, dass die von ihm geförderten oder eigenverantwortlich instandgesetzten Baudenkmäler so genutzt werden, dass die Erhaltung der Substanz auf Dauer gesichert ist,
c. Bestrebungen zur Belebung und Attraktivitätssteigerung Wernes unterstützt,
d. Öffentlichkeitsarbeit für den Gedanken der Stadtgestaltung unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten leistet,
e. die Kulturpflege fördert und Traditionen sinnvoll bewahrt, beispielsweise durch Einrichtung und Betrieb von musealen Einrichtungen,
f. die denkmalpflegerischen Maßnahmen, soweit erforderlich, nach vorhergehender Abstimmung und in Zusammenarbeit mit der Stadt als Untere Denkmalbehörde und/oder dem Landesamt für Denkmalpflege in Münster veranlasst,
g. die Koordination, Unterstützung oder Veranlassung der vorgenannten Maßnahmen wahrnimmt und/oder einleitet.

3. Der Verein ist selbstlos tätig; er verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke.

4. Es darf keine Person durch Ausgaben, die dem Zweck des Vereins fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden.

§ 3 Mittel zur Erreichung des Vereinszwecks

Die erforderlichen materiellen Mittel sollen zumindest anteilig durch Jahresbeiträge der Mitglieder aufgebracht werden. Diese Mitgliedsbeiträge sind bis spätestens 31. März eines jeden Kalenderjahres für das jeweils laufende Geschäftsjahr zu entrichten. Die Höhe des Jahresbeitrags wird von der Mitgliederversammlung bestimmt. Weitere materielle Erträge können entstehen durch Einnahmen aus Veranstaltungen, durch Erträge aus vereinseigenen Unternehmungen und/oder durch Spenden, Subventionen, Sammlungen, Vermächtnisse, Zu- und Wiederverkäufe und sonstige Zuwendungen, auch durch Sponsoring und dgl.

§ 4 Arten der Mitgliedschaft

1. Die Mitglieder des Vereins gliedern sich in ordentliche, außerordentliche, fördernde und Ehrenmitglieder.

2. Ordentliche Mitglieder sind jene, die sich voll an der Vereinsarbeit beteiligen. Sie haben alle Rechte und Pflichten eines Vereinsmitgliedes inne und unterliegen der regulären Beitragspflicht.

3. Außerordentliche Mitglieder sind solche, die die Vereinstätigkeit durch besondere Unterstützung fördern.

4. Als förderndes Mitglied kann aufgenommen werden, wer dem Verein Geld- bzw. Sachzuwendungen oder unentgeltliche Dienstleistungen erbringt.

5. Ehrenmitglieder sind solche, die hierzu wegen besonderer Verdienste um den Verein ernannt werden.

6. Für außerordentliche und fördernde Mitglieder entsteht keine Beitragspflicht. Sie haben in der Mitgliederversammlung kein Stimmrecht.

§ 5 Erwerb der Mitgliedschaft

1. Mitglieder des Vereins können natürliche Personen, die das 18.Lebensjahr vollendet haben, sowie juristische Personen werden, die sich den Vereinsrichtlinien entsprechend ausrichten.

2. Voraussetzung für den Erwerb der ordentlichen Mitgliedschaft ist ein schriftlicher Aufnahmeantrag, der an den Vorstand zu richten ist.

3. Über die Aufnahme von Mitgliedern entscheidet der Vorstand. Die Entscheidung über den Antrag kann ohne Angabe von Gründen erfolgen. Gegen einen ablehnenden Bescheid des Vorstandes kann der Antragsteller innerhalb eines Monats ab Zugang des ablehnenden Bescheides eine schriftliche Beschwerde beim Vorstand einlegen. Über diese Beschwerde entscheidet die nächste ordentliche Mitgliederversammlung.

4. Die Ernennung zum Ehrenmitglied erfolgt auf Antrag des Vorstandes durch die Mitgliederversammlung mit einfacher Stimmenmehrheit.

§ 6 Beendigung der Mitgliedschaft

1. Die Mitgliedschaft erlischt bei natürlichen Personen durch Tod, bei juristischen Personen durch Verlust der Rechtspersönlichkeit, bei allen Mitgliedern durch freiwilligen Austritt, durch Streichung oder durch Ausschluss.

2. Der Austritt kann nur zum Ende eines Geschäftsjahres erklärt werden, wobei eine Kündigungsfrist von zwei Monaten einzuhalten ist. Eine vorzeitige Kündigung der Mitgliedschaft führt nicht zur Beitragserstattung.

3. Die Streichung eines Mitgliedes kann der Vorstand vornehmen, wenn dieses trotz zweimaliger Mahnung länger als vier Monate mit der Zahlung der Mitgliedsbeiträge im Rückstand ist. Die Verpflichtung zur Zahlung der fällig gewordenen Mitgliedsbeiträge bleibt hiervon unberührt.

4. Der Ausschluss eines Mitgliedes aus dem Verein kann vom Vorstand wegen grober Verletzung der Mitgliedspflichten oder wegen unehrenhaften Verhaltens mit einer 2/3 Mehrheit erfolgen. Gegen den Beschluss ist innerhalb von einem Monat nach Zustellung die Beschwerde zulässig. Darüber entscheidet die nächste ordentliche Mitgliederversammlung.

§ 7 Rechte und Pflichten der Mitglieder

1. Die Mitglieder sind berechtigt, an Veranstaltungen des Vereins teilzunehmen und die Einrichtungen des Vereins in Anspruch zu nehmen. Das Stimmrecht in der Mitgliederversammlung sowie das aktive und passive Wahlrecht stehen nur den ordentlichen Mitgliedern zu. Jedes ordentliche Mitglied hat eine Stimme.

2. Alle Mitglieder sind verpflichtet, die Interessen des Vereins nach Kräften zu fördern und alles zu unterlassen, wodurch das Ansehen und der Zweck des Vereins Abbruch erleiden könnte. Sie haben die Vereinsstatuten und Beschlüsse der Vereinsorgane zu beachten.

3. Kein Mitglied kann, abgesehen von der Zahlung des Mitgliedsbeitrages, gegen seinen Willen aus Vereinsbeschlüssen mit weiteren finanziellen Beiträgen belastet werden.

§ 8 Organe des Vereins

Organe des Vereins sind der Vorstand, die Mitgliederversammlung und der Fachbeirat.

§ 9 Der Vorstand

1. Der Vorstand des Vereins i.S.v. §26 BGB besteht aus dem Vorsitzenden, dem stellvertretenden Vorsitzenden, dem Schriftführer, dem Schatzmeister sowie einem Beisitzer und wird von der Mitgliederversammlung gewählt. Der Vorstand kann einen weiteren Beisitzer berufen.

2. Der Verein wird durch zwei Mitglieder des Vorstands gemeinsam, darunter der erste oder der stellvertretende Vorsitzende, nach außen vertreten.

3. Der Vorstand hat bei Ausscheiden eines gewählten Vorstandsmitglieds das Recht, an dessen Stelle ein anderes wählbares Mitglied für den Rest der Amtszeit zu bestellen. Diese Entscheidung des Vorstandes bedarf nicht der Zustimmung der Mitgliederversammlung.

4. Der Vorstand beschließt in Sitzungen, die vom Vorsitzenden, bei dessen Verhinderung von seinem Stellvertreter, schriftlich unter Angabe der Tagesordnungspunkte einberufen werden. Eine Einberufungsfrist von zwei Wochen ist einzuhalten. Als ‚schriftlich’ werden sowohl der eingeschriebene Brief, das Telegramm, Telefax, E-Mail oder sonstige Methoden der fernschriftlichen Übertragung anerkannt.

5. Der Vorstand ist beschlussfähig, wenn alle seine Mitglieder eingeladen wurden und mindestens drei seiner Mitglieder, darunter der Vorsitzende oder sein Stellvertreter, anwesend sind.

6. Der Vorstand fasst seine Beschlüsse mit einfacher Stimmenmehrheit; bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Vorsitzenden.

7. Der Vorstand kann im schriftlichen Verfahren beschließen, wenn alle Vorstandsmitglieder dieser Art der Beschlussfassung zustimmen.

8. Beschlüsse können auch im Umlauf telefonisch, per E-Mail, schriftlich oder telegraphisch gefasst werden, wenn kein Mitglied des Vorstandes widerspricht.

§ 9a Wahl und Amtsdauer des Vorstands

1. Der Vorstand wird von der Mitgliederversammlung für die Dauer von drei Jahren, gerechnet von der Wahl an, gewählt. Er bleibt bis zur Neuwahl des Vorstands im Amt. Jedes Vorstandsmitglied ist einzeln zu wählen.

§ 9b Zuständigkeit des Vorstands

1. Der Vorstand ist für alle Angelegenheiten des Vereins zuständig, soweit sie nicht durch die Satzung einem anderen Organ des Vereins übertragen sind. Er hat insbesondere folgende Aufgaben:

a. Vorbereitung und Einberufung der Mitgliederversammlung sowie Aufstellung der Tagesordnung;
b. Ausführung von Beschlüssen der Mitgliederversammlung;
c. Vorbereitung und Aufstellung eines Haushaltsplans für jedes Geschäftsjahr, Buchführung, Erstellung des Jahresberichts,
d. Beschlussfassung über Aufnahme, Streichung und Ausschluss von Mitgliedern;
e. Erstellung einer Geschäftsordnung;
f. Abschluss und Kündigung von Arbeitsverträgen.

2. In allen Angelegenheiten von besonderer Bedeutung soll der Vorstand eine Beschlussfassung der Mitgliederversammlung herbeiführen. Über die besondere Bedeutung einer Angelegenheit entscheidet der Vorstand mit einer zweidrittel Mehrheit.

3. Der Vorstand kann einen Fachbeirat bestellen, dessen Amtsperiode der des Vorstandes entspricht. Der Fachbeirat besteht aus vorzugsweise vier Personen und kann je nach Aufgabenstellung entsprechend verkleinert oder erweitert werden.

§ 9c Fachbeirat

Der Fachbeirat berät den Vorstand beispielsweise in denkmalpflegerischer, gestalterischer, finanzieller, rechtlicher und technischer Hinsicht. Dem Fachbeirat gehören an:

ein für den Denkmalschutz und/oder die Denkmalpflege zuständiger Vertreter der Stadtverwaltung,
ein Rechtsberater,
ein Vertreter eines inländischen Bankinstituts,
ein Architekt oder Fachmann des Bauwesens und weitere.

Der Fachbeirat wählt ein Mitglied zum Sprecher, der diesen gegenüber dem Vorstand vertritt. Der Fachbeirat steht dem Vorstand einzeln, gemeinsam oder je nach Aufgabenstellung in Fachgruppen beratend und unterstützend zur Verfügung. Seine Sitzungen sind vom Vorstand einzuberufen, der auch an diesen teilnehmen kann. Die Empfehlungen des Fachbeirats werden von diesem mit einfacher Stimmenmehrheit beschlossen. Die Tätigkeit der Mitglieder des Fachbeirates ist ehrenamtlich.

§ 9d Arbeitskreise

1. Zur Erfüllung der Aufgaben und Ziele des Vereins können Arbeitskreise gebildet werden. Zur Beratung und Unterstützung können Nichtmitglieder vom Vorstand in die Arbeitskreise berufen werden.

2. Jeder Arbeitskreis wählt ein Mitglied zum Sprecher, der den Arbeitskreis gegenüber dem Vorstand vertritt.

3. Über die Einrichtung und Zusammensetzung eines Arbeitskreises entscheidet der Vorstand.

§ 10 Mitgliederversammlung

1. In der Mitgliederversammlung hat jedes ordentliche Mitglied eine Stimme.

2. Die Mitgliederversammlung ist für folgende Angelegenheiten zuständig:

a) Genehmigung des vom Vorstand aufgestellten Haushaltsplans für das nächste Geschäftsjahr; Entgegennahme des Jahresberichts des Vorstands; Entlastung des Vorstands;
b) Erlass der Beitragsordnung, die nicht Bestandteil der Satzung ist;
c) Wahl und Abberufung der Mitglieder des Vorstands;
d) Ernennung von Ehrenmitgliedern;
e) Beschlussfassung über eine Änderung der Satzung und Auflösung des Vereins;
f) Beschlussfassung über die Beschwerde gegen einen Aufnahme- oder Ausschließungsbeschluss des Vorstandes.

§ 10a Einberufung der Mitgliederversammlung

1. Mindestens einmal im Jahr und zwar im ersten Quartal, soll eine ordentliche Mitgliederversammlung stattfinden. Sie wird vom Vorstand unter Einhaltung einer Frist von drei Wochen schriftlich unter Angabe der Tagesordnung einberufen. Die Frist beginnt mit dem auf die Absendung des Einladungsschreibens folgenden Tag. Das Einladungsschreiben gilt als zugegangen, wenn es an die letzte vom Mitglied dem Verein schriftlich bekannt gegebene Post- bzw. E-Mail-Adresse gerichtet ist. Auch eine Einladung in den Presseorganen Ruhr-Nachrichten, Westfälischer Anzeiger und Werne am Sonntag oder deren Rechtsnachfolger gilt als ordnungsgemäß. Die Tagesordnung setzt der Vorstand fest.

2. Über Anträge auf Ergänzung der Tagesordnung, die in der Mitgliederversammlung gestellt werden, beschließt die Versammlung. Bei einem solchen Antrag auf Ergänzung kann über diesen Tagesordnungspunkt lediglich eine Aussprache oder Beratung, aber keine Beschlussfassung erfolgen.

§10b Außerordentliche Mitgliederversammlung

Eine außerordentliche Mitgliederversammlung ist vom Vorstand einzuberufen, wenn das Interesse des Vereins es erfordert oder wenn ein Drittel der Mitglieder diese schriftlich unter Angabe des Zwecks und der Gründe beantragt.

§10c Beschlussfassung der Mitgliederversammlung

1. Die Mitgliederversammlung wird von dem Vorsitzenden, bei dessen Verhinderung von dem stellvertretenden Vorsitzenden oder dem Schatzmeister geleitet. Ist kein Vorstandsmitglied anwesend, bestimmt die Versammlung den Versammlungsleiter/in. Bei Wahlen kann die Versammlungsleitung für die Dauer des Wahlgangs zum ersten und zweiten Vorsitzenden einem Wahlleiter übertragen werden.

2. Die Art der Abstimmung bestimmt der/die Versammlungsleiter/in. Die Abstimmung muss schriftlich durchgeführt werden, wenn ein Drittel der erschienenen stimmberechtigten Mitglieder eine solche beantragt.

3. Jede ordnungsgemäß anberaumte Mitgliederversammlung ist beschlussfähig.

4. Die Mitgliederversammlung fasst Beschlüsse mit einfacher Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen; Zur Änderung der Satzung und Auflösung des Vereins ist jedoch eine Mehrheit von drei Viertel der abgegebenen gültigen Stimmen erforderlich. Eine Änderung des Zwecks des Vereins kann nur mit Zustimmung von drei Viertel aller Mitglieder beschlossen werden.

5. Bei Wahlen ist gewählt, wer mehr als die Hälfte der abgegebenen gültigen Stimmen erhalten hat.

6. Über Beschlüsse der Mitgliederversammlung ist ein Protokoll aufzunehmen, das vom Protokollführer und dem Versammlungsleiter zu unterzeichnen ist.

§ 11 Rechnungsprüfer

1. Der/die Rechnungsprüfer/in wird von der Mitgliederversammlung auf die Dauer von zwei Jahren gewählt. Eine Wiederwahl ist möglich. Es sollen vorzugsweise zwei Rechnungsprüfer bestellt werden.

2. Den Rechnungsprüfern obliegt die laufende Geschäftskontrolle und die Überprüfung des Rechnungsabschlusses. Sie haben bei der Mitgliederversammlung über das Ergebnis ihrer Überprüfung zu berichten.

§ 12 Auflösung des Vereins

1. Die vorzeitige Auflösung des Vereins kann nur mit einer zu diesem Zweck einberufenen außerordentlichen Mitgliederversammlung und nur mit der Mehrheit von 3/4 der abgegebenen gültigen Stimmen beschlossen werden.

2. Diese Mitgliederversammlung hat auch, sofern Vereinsvermögen vorhanden ist, über die Liquidation zu beschließen.

3. Bei Auflösung oder Aufhebung des Vereins oder bei Wegfall steuerbegünstigter Zwecke fällt das Vermögen des Vereins zu gleichen Teilen an den Förderverein Stadtmuseum Werne e.V. und den Heimatverein Werne e.V., die es entsprechend den mit den Zwecken des Vereins verfolgten Zielen unmittelbar und ausschließlich für gemeinnützige oder mildtätige Zwecke zu verwenden haben.

4. Die vorstehenden Bestimmungen gelten entsprechend, wenn der Verein aus einem anderen Grund aufgelöst wird oder seine Rechtsfähigkeit verliert.

§ 13 Haftungsausschluss

Die Haftung für fahrlässiges Verhalten der Organe sowie der Erfüllungsgehilfen gegenüber den Vereinsmitgliedern wird ausgeschlossen. Soweit darüber hinaus Schadensersatzansprüche der Vereinsmitglieder gegen den Verein bzw. gegen handelnde
Vereinsmitglieder bestehen, hat der/die Geschädigte auch das Verschulden des für den Verein Handelnden und die Kausalität zwischen Pflichtverletzung und Schaden zu beweisen. Eine unmittelbare Haftung der Vereinsmitglieder, insbesondere des Vorstandes und des Fachbeirates für Schadensersatzansprüche gegen den Verein, ist ausgeschlossen.