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WERNE

Denkmäler

Nepomuk wacht über die Horne

Man begegnet ihm vor allem auf Brücken und an Wegen, aber auch auf Altären: Der Heilige Nepomuk gilt als Schutzpatron der Brücken und Wege, soll vor Hochwasser und dem Tod durch Ertrinken schützen und ist zugleich Hüter des Beichtsiegels. In Werne hat die Heiligenfigur ihren Platz an der Hornebrücke an der Burgstraße.

Die kleine hölzerne Nepomuk-Figur ist eines der ältesten christlichen Denkmale der Lippestadt. Im Jahr 1717 stiftete die Nachbarschaftsgemeinschaft Unterland diese von Jan Bänd Vosskuhle aus Drensteinfurt geschaffene Statue des Heiligen Johannes Nepomuk. Der kam um das Jahr 1345 in dem kleinen westböhmischen Ort, der damals noch Pomuk hieß, vermutlich als Sohn deutscher Einwanderer zur Welt. Nach dem Studium in Prag wurde er zum Priester geweiht. Er studierte kanonisches Recht in Padua, promovierte zum Doktor und stieg auf zum Generalvikar des Prager Erzbischofs. Der Legende nach soll Johannes vom cholerischen König Wenzel IV. gefoltert und am 20. März 1393 von der Karlsbrücke in die Moldau geworfen worden sein, weil er das Beichtgeheimnis der Königin nicht brechen wollte. Am 31. Mai 1721 wurde der Priester und Märtyrer von Papst Innozenz XIII. seliggesprochen, acht Jahre später erfolgte dann die Heiligsprechung.

Das Wasser kam zweimal im Jahr

„0h Johannes, groß auf Erden, groß bei Gott in der Not, laß uns auch teilhaftig werden Deiner Hilf bis in den Tod. In aller Armut, Schand und Plagen, steh uns bei, Du heilger Mann, daß wir am Ende nicht verzagen, bei Gott stets halte für uns an.“ Mit diesem Gebet, das im Sockel der Werner Nepomuk-Statue zu lesen ist, baten die Unterland-Anwohner ihren Schutzpatron um Hilfe. Anlass waren die Horneüberschwemmungen in dem Wohnbereich entlang der Burgstraße. Bis zur Regulierung des Flusslaufs in den 1970er Jahren wurde dieser Stadtteil mindestens zweimal jährlich überflutet. Beim schlimmsten Hochwasser am 8. August 1924 stand die Hornebrücke unter Wasser und im Unterland stieg der Pegel auf einen Meter Höhe.

Mit diesem Gebet, das im Sockel der Werner Nepomuk-Statue zu lesen ist, baten die Unterland-Anwohner ihren Schutzpatron um Hilfe. Anlass waren die Horneüberschwemmungen in dem Wohnbereich entlang der Burgstraße. Bis zur Regulierung des Flusslaufs in den 1970er Jahren wurde dieser Stadtteil mindestens zweimal jährlich überflutet. Beim schlimmsten Hochwasser am 8. August 1924 stand die Hornebrücke unter Wasser und im Unterland stieg der Pegel auf einen Meter Höhe.

18 Jahre im Depot verschwunden

Viele Jahre stand das Heiligenhäuschen mit der Nepomuk-Statue an der Burgtorbrücke zwischen Horne und dem Möbelgeschäft Reuter. Die Pflege übernahmen die Mitglieder der Familien Klute, Nierhoff und Schäper. 1958 wurde das Denkmal aufgrund der anstehenden Brückenerneuerung und der geänderten Straßenführung abgebaut. Die Statue verschwand in einem städtischen Depot. Erst 1976 fand die vorher restaurierte Heiligenfigur am Aufgang der Fußgängerbrücke über die B 54 einen neuen Standort. Am 13. September 1976 fand die Übergabe des wiedererstandenen Denkmals an die Werner Bürger statt. Zu diesem Anlass verfasste die Heimatdichterin Toni Schmedding-Elpers ein Gedicht: 

Heiliger Johannes Nepomuk auf der Prager Brück,
Böhmens Schutzpatron, weltweit verehrt, bekannt,
im Volksmunde „Jans Bohems“ genannt,
Du standst in Werne lange Jahr,
zu bannen die Hochwasser Gefahr hier an unserer Hornebrück,
zu Wernes Segen und Glück.
Wir mußten lange Dich entbehren,
bei all den Stadtkern Wehren und Renoweeren.
Ganz Werne mit Heimatverein jubelt hocherfreut:
Johannes Nepomuk „wier bei us steiht“.

Frische Farben im März 2021

2019 verschwand der Schutzpatron erneut. Im Zuge des Rückbaus der B54 und des Abrisses der Fußgängerbrücke wurde die Heiligenfigur im Museum in Sicherheit gebracht. Die Zeit wurde genutzt, um einen neuen Sandstein-Sockel anzufertigen und in enger Abstimmung mit der Abteilung für Bauordnung und Denkmalpflege der Stadt das Häuschen zu restaurieren. Außerdem wurde die Statue gereinigt, Risse in der farbigen Fassung entfernt und abgebrochene Zapfen ergänzt. Nach Abriss der Fußgängerbrücke und Rückbau der B54 kehrte die Heiligenfigur mitsamt Häuschen im März 2021 an den angestammten Platz an der Hornebrücke zurück. In frischen Farben kann der Schutzpatron die Bitten der Menschen entgegennehmen.

Bildstock B54

Auf dem Weg stadtauswärts auf der B54 in Richtung Herbern…

WEGEKREUZ VARNHÖVEL

Das Wege- oder Hofkreuz: ein Stoßgebet im Vorbeigehen…

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