Denkmäler
Kirchhof 12 - Wärmehäuschen ein einzigartiges historisches Ensemble
Historische Nutzung als Wärmehäuschen und Küsterei
In alten Überlieferungen heißt es, dass die kleinen Räume des Wärmehäuschens einst Kirchgängern – hauptsächlich Bauern – als Rückzugsort dienten. Dort konnten sie sich vor und nach dem Gottesdienst aufwärmen. Besonders in den kalten Monaten war dies lebenswichtig, da die Kirchen damals unbeheizt waren.
Synonym für „Spieker“, hochdeutsch „Speicher“, ursprünglich kleine Lagerhäuser, wurden in Werne diese Gebäude Wärmehäuschen genannt. Neben der Nutzung durch Kirchgänger wurden die Spieker auch sozial eingesetzt: Alte, kranke oder bedürftige Einwohner erhielten mietfreien Wohnraum und sorgten im Gegenzug für Sauberkeit und beheizte Räume.
Vom Abriss bedroht – zur Restaurierung gerettet
In den 1950er Jahren war das Ensemble in einem derart schlechten baulichen Zustand, dass der Abriss drohte. Bereits 1941 hatte der Stadtrat Werne offiziell den Abbruch beschlossen. Doch es kam anders: 1958 setzte sich eine Expertenkommission – bestehend aus Bau- und Finanzfachleuten des bischöflichen Generalvikariats, des Landschaftsverbands Münster sowie Vertretern der Stadt und der Kirchengemeinde – intensiv mit dem Zustand auseinander.
Das Ergebnis war eindeutig: Die Kommission befand, dass es im gesamten Münsterland kaum noch vergleichbare, so ursprünglich erhaltene Fachwerkensembles gebe. Besonders das gut erhaltene Fachwerk wurde hervorgehoben. Daraufhin entschieden sich Stadt und Kirchengemeinde für den Erhalt und die Restaurierung der Gebäude. Im 20. Jahrhundert nutzte die katholische Kirchengemeinde das Gebäude nach einer umfassenden Modernisierung 1959/60 als Küsterei und Jugendbücherei.
Heute wird der Komplex von der Stadt Werne genutzt. Neben Räumen des Fördervereins Heimatmuseum beherbergt er einen zusätzlichen Ausstellungsraum des Stadtmuseums.
Wärmehäuschen als kulturelles Vorbild
Interessanterweise reicht die Bedeutung der Wärmehäuschen weit über die Grenzen Wernes hinaus: 1991 war eine japanische Ratsdelegation so beeindruckt von diesem Bauensemble, dass in einem japanischen Freizeitpark maßstabsgetreue Nachbauten errichtet wurden.
Die Wärmehäuschen am Kirchplatz sind ein lebendiges Zeugnis für den Erfindungsreichtum und den Gemeinschaftssinn früherer Zeiten – und bis heute ein besonderes Schmuckstück im Herzen der Stadt Werne.
Kirchhof 12 wurde am 21.3.1985 in die Denkmalliste eingetragen.
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