Denkmäler
Steinstraße 1 - Ein Baudenkmal mit fast 500-jähriger Geschichte
Baugeschichte und Alter
Das Gebäude Steinstraße 1 in Werne stammt aus dem Jahr 1528, wie dendrochronologische Untersuchungen belegen. Es handelt sich um einen spätmittelalterlichen Bau, der im Laufe von fast 500 Jahren mehrfach modernisiert und umgebaut wurde. Diese Veränderungen dokumentieren eindrucksvoll die gewachsene Geschichte des Hauses.
Historische Bedeutung
Baukonstruktion und technische Besonderheiten
Das Haus besteht aus neun Gebinden mit einer Gefachbreite von etwa 1,95 m. Die Konstruktion ermöglichte eine starke Lehmausfachung, sodass nur die Ständer sichtbar waren – eine spätmittelalterliche Methode zum Brandschutz zu angrenzenden Grundstücken.
Später wurde das Fachwerk mit Backsteinen ausgemauert. Diese baulichen Details des Hauses und zudem die besondere Konstruktion des Dachwerks aus Eichenholz mit hochliegenden Kehlbalken und zusätzlicher Stuhlkonstruktion machen es auch aus technikgeschichtlicher Perspektive herausragend. Ursprünglich war die Hausmitte als stützenfreier Raum konzipiert. Später erfolgte ein Umbau zu Wohn- und Geschäftszwecken.
Der Umbau vom Deelenhaus mit Speicher- und Lagerfunktion im 16. Jahrhundert zum Längsflurhaus für erweiterte Wohnansprüche mit Ladenlokalfunktion im 18. Jahrhundert ist deutlich ablesbar. Dieser Wandel verdeutlicht die sich verändernden Anforderungen an Wohnen und Arbeiten im Laufe der Jahrhunderte.
Veränderungen im 20. Jahrhundert
Um 1920 erhielt die vordere Fassade eine vorgestellte Massivwand im neobarocken Stil mit geschwungener Kontur und aufwendiger Putzdekoration. 1953 wurde die Fassade erneut umgestaltet, diesmal mit Klinkermauerwerk und Werksteinelementen – ein Ausdruck der noch lebendigen Tradition der heimatlichen Baupflege.
Nutzung als Metzgerei
Die kontinuierliche Nutzung des Gebäudes, insbesondere als Metzgerei vom späten 19. bis weit ins 20. Jahrhundert, spiegelt den wirtschaftlichen und sozialen Wandel der Stadt wider. Der Standort in zentraler Marktlage verdeutlicht den hohen Bedarf an Metzgereien in Werne. Bekannte Werner Metzgerfamilien, die hier wohnten und arbeiteten, waren 1902 Angelkort, 1931 Havers und 1979 Schlunz.
Städtebauliche Bedeutung
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